Meine Transition Episode 2

In der letzten Episode habe ich die ersten Schritte beschrieben, jetzt geht es schon um erste Erfolge.

Im September reichte ich den Antrag auf Namensänderung ein. Nach einiger Überlegung habe ich mich bewusst entschieden, mein «Geschlecht» noch nicht amtlich ändern zu lassen. Weshalb? Der Aufwand dazu ist nach aktuellem Recht sehr hoch und teuer. Eine Gesetzesänderung ist im Parlament in der Beratung und wird (hoffentlich) schon nächstes Jahr gültig. Dann kann das amtliche Geschlecht relativ einfach auf dem Zivistandsamt geändert werden und es braucht dazu keinen Gerichtsbeschluss (wie gemäss aktueller Gesetzeslage).

Nach einigem Schriftverkehr wurde mein Antrag genehmigt. Ich heisse nun ganz offiziell:

Jackie Schindler

HRT (Hormon Therapie): schon mehr als einen Monat bekomme ich weibliche Hormone und einen Testosteron Blocker. Was bemerke ich als Veränderung? Ich fühle mich fröhlicher, generell ausgeglichener, habe deutlich weniger negative Gedanken.

VT (Stimm Training): ich habe einige Informationen gesucht und gefunden und mal selbst geforscht, was denn die typisch weibliche Stimme von der typisch männlichen Stimme unterscheidet. Es ist sehr interessant, denn mit der Stimmlage hat es recht wenig zu tun.

Nächste Schritte

Namensänderung: da gibt es nun haufenweise administratives zu erledigen. Alle möglichen Ämter und Firmen müssen informiert werden, ein neuer Führerschein erstellt werden, dazu ein neues Foto, das meinen neuen Aussehen entspricht. Weiter anpassen aller Bankdaten, Kundendaten und noch alles, was ich gerade vergessen habe . . .

SRS (sex reassignment surgery): Im Sommer dachte ich, diese Operation vielleicht dann im Winter 2022/2023 durchführen zu lassen. In den vergangenen Wochen und Monaten habe ich mich mehr und mehr daran gestört, dass ich «da unten» noch männlich bin. Nun will ich dies verändern lassen und bin gespannt, was da noch alles auf mich zukommt. Mit der Chirurgie müssen einige Details besprochen werden, mit der Krankenkasse die Kostenübernahme, mit allen der Termin. Sicherlich gibt es auch noch Gespräche mit der Anästhesie, was da die empfohlene Methode ist und sicherlich auch mit mehreren anderen Spezialistinnen.

So, das ist mein aktueller Stand. Wie üblich sind Fragen willkommen, Verurteilungen und Besserwisserei nicht.